Drohnen-Haftpflichtversicherung Ratgeber

Quelle: pixabay.de – Um eine Drohnen-Haftpflichtversicherung kommt kein Drohnenpilot herum.

Drohnen Haftpflichtversicherung

Die Drohnen-Verordnung vom 7. April 2017 beinhaltet die Vorgaben zum Betrieb unbenannter Fluggeräte, die außerhalb und innerhalb von Modellflugplätzen gelten. Festgehalten ist dort beispielsweise die Kennzeichnungspflicht, sie enthält jedoch nichts über eine Drohnen-Haftpflichtversicherung. Dennoch gilt nach wie vor eine Pflicht für den Abschluss sowie das Mitführen einer solchen Versicherung. Die Haftpflicht gilt für Privatnutzer genauso wie für gewerblich tätige Personen oder Unternehmen. Geregelt wird die Drohnen-Haftpflichtversicherung über Einzelgesetze.

Vor dem Gesetz sind alle Drohnen gleich

Der Gesetzgeber hat Drohnen, also Geräte mit einer Flughöhe von über 30 Metern, in der Luftverkehrsordnung festgeschrieben und sie somit etwa Flugzeugen, Motorseglern Luftsportgeräten oder Flugmodellen gleichgesetzt. Und deren Halter sind verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung zur Deckung von Schadenersatzansprüchen abzuschließen. Als Ausnahme gelten jedoch der Bund oder die Länder als Halter solcher Fluggeräte. Das Luftverkehrsgesetz schreibt für Drohnen auch die Höhe der Deckungssumme vor, allerdings in sog. Rechnungseinheiten. Dieser Begriff, abgekürzt RE, wird innerhalb des Geldwesens einer Volkswirtschaft verwendet und ist eine künstliche Rechnungsgröße aus einer Kombinationen normaler Währungseinheit sowie anderer Variablen. Für Drohnen, die in den Gewichtsbereich in der sog. Höchstabflugmasse von unter 500 Kilogramm fallen, bedeutet dies eine Deckungssumme von 750.000 Rechnungseinheiten.

Für die Praxis ergibt sich allerdings noch eine Umrechnung der Rechnungseinheit für die tatsächliche Deckungssumme der Drohnen-Haftpflichtversicherung, was sich mit dem Währungskurs an der Börse vergleichen ließe. Für das Jahr 2017 lag der Umrechnungsfaktor bei 0,8309 SDR je Euro, woraus sich die erwähnten 750.000 Rechnungseinheiten auf insgesamt 902.636 Euro summieren. Wer derzeit eine Drohnen-Haftpflichtversicherung abschließen muss, sollte, um die gesetzliche Mindestanforderung zu erfüllen, von einer Deckungssumme in Höhe von einer Million Euro ausgehen. Abhängig von Kriterien wie Einsatzort, Flugerfahrung sowie der Einsatzart des gewählten Drohnen-Modells, sollte die Mindestanforderung jedoch höher gewählt werden. Angebracht wäre eine Deckungssumme von ab 1,5 Millionen Euro.

Zur Mitführungspflicht der Drohen-Haftpflichtversicherung

Der Versicherungsablauf ist ebenfalls klar geregelt. Laut Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung besteht für die gewählte Versicherung einer Drohnen-Haftpflicht die Aufforderung zur Aushändigung einer Versicherungsbestätigung über den von ihr angenommenen Vertrag. Darin enthalten sein müssen die Informationen zur Deckungssumme, Umfang und Dauer der Versichgerung. Soweit es sich um eine Gruppenversicherung handelt, kann eine Bestätigung vom Versicherungsnehmer selbst ausgestellt werden, wobei er Name und Anschrift des Versicherungsunternehmens benennen muss. Damit hat jeder Drohnen-Pilot die Verpflichtung zur Mitführung der Drohnen-Haftpflichtversicherung. Kann er diese bei einer Kontrolle nicht vorweisen, schreibt der Gesetzgeber eine Strafe nach den Vorschriften einer Ordnungswidrigkeit vor.

Vorschriften über die Art und Beschaffenheit der Bestätigung gibt es nicht. Den Nachweis einer Drohnen-Haftpflichtversicherung kann entsprechend mit einer Kopie, einem Handyfoto und mit einem E-Mail-Anhang des Smartphones geführt werden.

Unterschiedliche Versicherungen – unterschiedliche Konditionen

Der Versicherungsmarkt ist auch im Bereich der Drohnen-Haftpflicht entsprechend aufgestellt. Zumeist gelten ihre Angebote für Drohnen, Multicopter und Quadrocopter mit entsprechend unterschiedlichen Konditionen für Hobby-Piloten oder gewerblich tätige Personen. Natürlich muss jeder Drohnen-Besitzer seine eigenen Versicherungsansprüche definieren und diese zu einem Versicherungsvergleich heranziehen. Anhaltspunkte über Versicherungsinhalte ergeben sich aus folgendem Beispiel:

  • Die Höhe der Deckungssumme ist variabel wählbar und erfüllt die gesetzlichen Mindestanforderung von 1,5 Millionen Euro
  • Beschränkung auf Drohnen-Besitzer mit deutschem Hauptwohnsitz
  • Auf Wunsch kann der Geltungsbereich zwischen privat und gewerblich gewählt werden
  • Optimal gilt die Versicherung weltweit, evt. sind Auusnahmen bestimmt
  • Je nach gewählter Deckungssumme und Tarif sollte die versicherte Anzahl der Fluggeräte entsprechend variieren
  • Ähnlich sollten auch die möglichst unbegrenzte Zahl der versicherten Steuerer beinhaltet sein, die gleichzeitig auch fremde Drohnen fliegen dürfen
  • Foto- und/oder Videoflüge sollten naturgemäß ebenfalls zum Umfang der Versicherung zählen
  • Die exakte Nennung von integrierten Vermögensschäden, z. B. die Verletzung von Persönlichkeits- oder Urheberrechten, ist nahezu Pflicht
  • Die Zahl mitversicherter Piloten sollte die Versicherung unbegrenztr anbieten
  • Zum guten Schluss wäre die Drohnen-Haftpflichtversicherung auch bei Wettbewerben, Indoor-Flügen sowie dem freien Fliegen außerhalb von Modellflugplätzen für die Abdeckung etwaiger Schadensersatzansprüchen verantwortlich
  • Im privaten Bereich sollte der Versicherungsnehmer auch die Familie sowie Kinder in den Versicherungsschutz integrieren und darauf achten, ob die Foto- und Videoflüge für FPV, Autonom oder für im gesetzlichen Rahmen zugelassenen „FollowMe“-Modus gelten.

Eine private Haftpflicht kann die Drittschäden nicht auffangen oder abdecken. Es ist also verständlich, dass Versicherungen eine Aufnahme in diesen Bereich ablehnen und dazu auffordern, stattdessen eine entsprechende Drohnen-Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Drohnen Haftpflichtversicherung
5 (100%) 3 votes

Drohnen-Wissen, Ratgeber

Ähnliche Artikel