Forscher arbeiten an einem Drohnenabwehrsystem

Drohnen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Viele Experten sind besorgt, was bei dem Missbrauch der kleinen Helfer passieren könnte. Um im Ernstfall handeln zu können, arbeiten Forscher der Uni Würzburg an einem System, das gefährliche Drohnen vom Himmel holen soll. 

Das Projekt MIDRAS

Die Würzburger Forscher wollen mit Projektpartern zusammen ein Drohnenabwehrsystem entwickeln, das Drohnen die illegal eingesetzt, werden frühzeitig erkennen und abwehren kann. Das ganze Projekt, das den Namen MIDRAS (Mikro-Drohnen-Abwehr-System) trägt, steht unter der Leitung von Julia Rothe. Sie erkält, dass im Falle einer potenziellen Gefahr zunächst versucht wird, den Funkkontakt zwischen Drohne und ihrem Piloten zu kappen und so die Drohne unschädlich zu machen. In einem Interview mit dem ZDF sagt Rothe.

„Dabei werden beispielsweise GPS-Signale verfälscht oder die Funkverbindung unterbrochen“

Wenn diese Abwehrmaßnahmen jedoch nicht erfolgreich sind, werden zwei autonom fliegende Abfangdrohnen gestartet, zwischen denen ein Netz gespannt ist. Das soll zur allgemeinen Sicherheit beitragen und die illegale Drohne einfangen. Rothe begründet die Maßnahme mit dem Netz und sagt:

„Die Gefahr, dass die Drohne unkontrolliert abstürzt und Menschen verletzt werden, wird dadurch minimiert.“

Einmal bitte Drohne drucken

Die Abfangen Drohnen wurden am Anfang von den Forschern der Uni Würzburg designt und dann im 3D-Drucker hergestellt. Ein selbst entwickelter Autopilot sorgt dafür, dass die Multicopter immer den gleichen Abstand zueinander halten.

„Besonders beim Einfangen eines potenziellen Angreifers mit dem Netz wirken in kurzer Zeit sehr große Kräfte in unterschiedliche Richtungen, die man kaum vorhersehen kann“

sagt Rothe und erklärt auch, dass der Autopilot verhindern soll, dass es zu einer Kollision der beiden Drohnen kommt.

Unterschiedliche Bereiche

Mit MIDRAS sollen viele Plätze geschützt werden und die Forscher betonen dazu, das es viele Bereiche gibt in denen eine Abfangdrohne zum Einsatz kommen könnte. Industrieanlagen und Fußballstadien könnte durch MIDRAS beschützt werden. Auch Flugplätze, auf denen es bereits mehrfach zu Beinahzusammenstößen zwischen Drohne und Flugzeug gekommen ist, sollen so gesichert werden. Ein weiterer wichtiger Punkt sind Atomkraftwerke. Diese Anlagen verfügen oft über zu wenig Eigenschutz und könnten bei Anschlägen ins Visier geraten. Auch hier soll das Abfangsystem zur Geltung kommen.

Drohnen und die Kriminalität

Wie bei vielen Sachen werden auch Drohnen benutzt um illegale Machenschaften zu betreiben. Die DFS  (Deutsche Flugsicherung) schätzt, dass im vergangenen Jahr bundesweit mindestens 600.000 Drohnen verkauft wurden. Die DFS betont zwar das die überwiegende Mehrzahl der Drohnen für den legalen Zweck im Rahmen des Gesetztes zum Einsatz kommt, aber betont auch

 „Bis zum Jahr 2020 wird die Zahl der Drohnen auf deutlich mehr als eine Million steigen“

Man gehe davon aus, je mehr Drohnen sich im Volk befinden, desto mehr schwarze Schafe werde es geben.

Das neue Geschäft

Der Drohnenmarkt wächst stetig und rasant. Mit ihm wird auch der Markt für Drohnenabwehr immer größer und populärer. Das Drohnenabwehrsystem der Uni Würzburg ist nicht das einzige System, dass nicht autorisierte und illegale Drohne vom Himmel fischen soll.

Einer der Vorreiter und Pioniere auf dem Gebiet ist die Firma Dedrone. Ein Unternehmen das im hessischen Kassel gegründet wurde, aber mittlerweile nach Kalifornien expandiert ist.

Wie es im Video zu sehen ist gibt es verschiedene Verfahren wie das Entwicklerteam von Dedrone vorgeht, um Drohnen zu lokalisieren und vom Himmel zu holen. Das System kommt bei Massenveranstaltungen genauso zum Einsatz wie zum Schutz von Industrieanlagen, Rechenzentren, Gefängnissen und Behörden. Erst vor kurzer Zeit wurde es genutzt um Weltwirtschaftsforum in Davos vor ungebetenen Gästen aus der Luft zu schützen.

Der Unterschied

Der Nachteil aller bisherigen Alarmsysteme ist, das sie meist nur vor Drohnen warnen- oder diese „unsauber“ aus der Luft holen können. Wie Rothe erwähnt hat, könnte gerade das bei Massenveranstaltungen für Lebensgefährliche Verletzungen führen, wenn z.B. eine Drohne, aus mehreren hundert Metern in der Luft auf Personen stürzt. Das ist Würzburg entwickelte Warn- und Abfangsystem hat also einen entscheidenden Vorteil der Konkurrenz gegenüber. Drohnen werden mit dem Netz eingefangen und sicher zu Boden gebracht.

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