Drohne-Wohngebiet-fremdes-Grundstück

Drohne im Wohngebiet, Quelle: pixabay

Mit der Drohne über fremde Grundstücke fliegen – erlaubt oder nicht?

Eine der ersten Fragen die sich angehenden Drohnenpiloten stellt ist sicherlich die, ob sie mit ihrer Drohne über fremde Grundstücke fliegen dürfen. Die Antwort darauf ist recht eindeutig.

Fliegen im Wohngebiet erlaubt?

Die Antwort darauf: nicht ohne weiteres. Wo man mit seiner Drohne fliegen darf und wo nicht ist in der Drohnenverordnung geregelt. Diese ist seit dem 07.April 2017 in Deutschland in Kraft und sagt weitestgehend recht deutlich, wo und wie geflogen werden darf und wo nicht.

In der Drohnenverordnung findet sich folgender Punkt wieder:

Verboten (…)

(…) über Wohngrundstücken, wenn die Startmasse des Geräts mehr als 0,25 kg beträgt oder das Gerät oder seine Ausrüstung in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen. Ausnahme: Der durch den Betrieb über dem jeweiligen Wohngrundstück in seinen Rechten Betroffene stimmt dem Überflug ausdrücklich zu (…)

Das bedeutet also: Wollt ihr fremde Grundstücke überfliegen und eure Drohne

  • wiegt mehr als 0,25 kg oder …
  • ist in der Lage zu filmen

werdet ihr die Zustimmung des Grundstücksbesitzers brauchen. Anderenfalls könnt ihr Probleme bekommen.

Darüber hinaus müssen natürlich noch die weiteren Anforderungen an den Flug beachtet werden, die sich in der Drohnenverordnung wieder finden.

Das können je nach Lage des zu überfliegenden Grundstücks, folgende Orte sein, an denen der Flug trotz vorliegender Genehmigung des eigentlichen Grundstückbesitzers verboten sind:

  • über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von Menschenansammlungen, Unglücksorten, Katastrophengebieten und anderen Einsatzorten von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, sowie über mobilen Einrichtungen und Truppen der Bundeswehr im Rahmen angemeldeter Manöver und Übungen
  • über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von der Begrenzung von Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten, Einrichtungen des Maßregelvollzugs, militärischen Anlagen und Organisationen, Anlagen der Energieerzeugung und – verteilung sowie über Einrichtungen, in denen erlaubnisbedürftige Tätigkeiten der Schutzstufe 4 nach der Biostoffverordnung ausgeübt werden, soweit nicht der Betreiber der Anlage dem Betrieb ausdrücklich zugestimmt hat,
  • über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von Grundstücken, auf denen die Verfassungsorgane des Bundes oder der Länder oder oberste und obere Bundes- oder Landesbehörden oder diplomatische und konsularische Vertretungen sowie internationale
    Organisationen im Sinne des Völkerrechts ihren Sitz haben sowie von Liegenschaften von Polizei und anderen Sicherheitsbehörden, so-weit nicht die Stelle dem Betrieb ausdrücklich zugestimmt hat,
  • über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen, soweit nicht die zuständige Stelle dem Betrieb ausdrücklich zugestimmt hat,
  • über Naturschutzgebieten im Sinne des § 23 Absatz 1 des Bundesnaturschutzgesetzes, Nationalparken im Sinne des § 24 des Bundesnaturschutzgesetzes und über Gebieten im Sinne des § 7 Absatz 1 Nummer 6 und 7 des Bundesnaturschutzgesetzes, soweit der Betrieb von unbemannten Fluggeräten in diesen Gebieten nach landesrechtlichen Vorschriften nicht abweichend geregelt ist,
  • über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von der Begrenzung von Krankenhäusern.

Das hat auch zur Folge, dass ihr bei Aufnahmen in Ortschaften mit mehreren Grundstücken unterschiedlicher Eigentümern von allen Grundstücksbesitzern eine Zustimmung braucht um darüber zu fliegen oder Aufnahmen anzufertigen.

Der dahinter stehende bürokratische Aufwand ist enorm, was dazu führt, dass solche Aufnahmen nur in Ausnahmen noch lohnenswert sind.

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