Josh Interview 2

Interview mit Josh G. (Amageddon Musik)

Josh hat seinen MBA Business Administration in England und seinen Bachelor in International Media Management in Holland erfolgreich absolviert. Momentan arbeitet er bei der STAR COOPERATION GmbH im Marketing und betreut Kunden im In- und Ausland. Neben diverser Jobs für Google, Mercedes Benz, Philip Morris, BMW, McFit und vielen weiteren großen Konzernen, ist er Labelchef bei Amageddon Musik, einem Independent Label aus Berlin. Durch unzählige Werbeprojekte oder Musikvideos hat Josh viele Erfahrungen mit Drohnen gemacht und darüber hinaus auch mit der Nachbearbeitung von Filmen und Fotos. Über seine Sicht auf die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen im privaten Bereich, aber auch über seine Arbeit an professionellen Filmsets, werden wir in diesem Interview mit ihm sprechen.

DeinDrohnenpilot: Hallo Josh, danke das du dir Zeit für das Interview genommen hast. Zum Einstieg würde ich gerne wissen, wie oft du mit Drohnen arbeitest. Hat sich das bei deinen unzähligen Jobs in der Werbebranche ergeben oder bei deiner Arbeit als selbständiger Labelchef?

Josh: Hallo und danke, dass Ihr mich gefragt habt. Also ich habe Drohnen schon seit längerem verfolgt und war sehr fasziniert davon, wie man Aufnahmen, für die man sonst einen Helikopter gebraucht hätte, was ja meistens nicht im Budget ist, plötzlich ganz einfach selbst machen kann. Zusätzlich ergeben sich durch Drohnen ganz neue Perspektiven, die für einen Helikopter und für Kräne unmöglich gewesen sind. Um auf eure Frage zurück zu kommen: Ich benutze Drohnen heut zu Tage bei fast jedem Dreh, es ist einfach cool für Establishing Shots oder um zwischendurch ein stimmungsvolles Bild zu zaubern. Gerne in Musikvideos, welche ich ja für das Label produziere. Drohnen geben meiner Meinung nach einfach nochmal das gewisse Etwas hinzu. Ich muss sagen, dass wir, als ich 2009 beim Werbefilm angefangen habe, natürlich keine Drohnen benutzt haben. Inzwischen sind Drohen aber auch beim Werbefilm nicht mehr weg zu denken. Meine ersten persönlichen Erfahrungen mit Drohnen habe ich bei Daimler in der Filmsteuerung gemacht. Später haben wir uns mal eine Drohne für einen Musikvideodreh in England und Wales ausgeliehen. Seitdem ich meine eigene Drohne habe, ist sie auch fast immer auf Reisen dabei (lacht).

DeinDrohnenpilot: Mit welchen Drohnen bist du schon privat als auch beruflich geflogen? Du hast ja bereits erwähnt, dass du eine eigene Drohne hast. Welche ist das?

Josh: Am Set hatten wir schon so ziemlich jede Drohne, von günstigen Bebop Drohnen über Phantom, bis hin zur Inspire war da alles dabei. Ich selbst besitze allerdings „nur“ eine DJI Mavic Pro. Mit der bin aber ziemlich zufrieden, da ich sie auch ins Ausland ganz entspannt mitnehmen kann.

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DeinDrohnenpilot: Kannst du aus deiner langjährigen Erfahrung einen Tipp an unsere Leser geben, worauf sie vor dem Kauf einer Drohne achten müssen?

Josh: Naja klar, wofür wollt ihr sie haben? Wenn du Lust hast einfach nur bisschen rum zu fliegen, hol dir eine kleine 20 € Drohne, mit der man Kunststücke machen kann. So eine habe ich auch noch zusätzlich zu meiner Mavic, die machen echt Spaß. Wenn du sagen wir mal semi-professionell unterwegs bist, würde ich eine Phantom 4 Pro oder eine Mavic empfehlen. Die Mavic’s sind auch super für Traveler wie bereits erwähnt habe. Wenn du hauptberuflich Drohnenpilot bist, dann ist es natürlich cool wenn du etwas größeres hast, wie eine Inspire oder eine Drohne, auf die man eine andere Kamera „riggen“ kann.

DeinDrohnenpilot: Wie unterscheidet sich die Arbeit wenn du freiberuflich ein Videodreh planst oder wenn du für große Kunden wie Google, Daimler / Mercedes Benz, Sony Music Germany , Persil, VHV Versicherungen, Volkswagen, BMW, Volvo etc., ein Werbeprojekt realisierst?

Josh: Das ist ne ganz andere Messlatte. Die Produktionen für große Firmen laufen meistens mit Wochenlanger Planung und einem großen Budget und Team einher, was dir ganz andere Möglichkeiten aber natürlich auch Probleme bringt. Die Kunden müssen bespaßt werden, die Locations müssen gescoutet werden, man braucht tonnenweise Genehmigungen, eine gute Crew, einen guten Cast, Equipment, Ausstattungsgegenstände, Fahrzeuge, Strom, Toiletten, Catering usw. und so fort. Wir haben für manche Produktionen ganze Straßenzüge sperren lassen, standen da mit 30 LKWS und hatten um die 100 Leute am Set. Das ist eine ganz andere Welt als bei Low Budget Guerilla Produktionen für mein Label. Da plane ich zwar auch alles und führe es durch, aber da sind wir meistens nicht mehr als 5 Leute am Set. Ich kann dann einfach in Ruhe mein Ding durchziehen. Hat beides seine Vor- und Nachteile.

DeinDrohnenpilot: Wie wirken sich deiner Meinung nach Drohnen in der Musikbranche aus? Gehört es nicht mittlerweile zum „guten Ton“ dazu Drohnen-Sequenzen in jedem Musikvideo zu benutzten?

Josh: Ja irgendwie schon. Heut zu Tage ist es ja recht einfach geworden ein passables Musikvideo zu produzieren und man es nicht übertreiben mit den Drohnenaufnahmen, aber ich finde sie geben jedem Video einen gewissen Mehrwert. Gerade bei Musik kommt die Weite die eine Drohnenaufnahme schafft, besonders gut finde ich.

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DeinDrohnenpilot: Glaubst du das Drohnenaufnahmen in der Werbebranche und beim Film immer wichtiger werden? Ich könnte mir vorstellen, dass vor allem Kosten gesenkt werden können, wenn man Drohnen anstatt einem teuren Helikopter am Set zur Verfügung hat?

Josh: Über das Thema habe ich ja vorhin schon mal kurz geredet. Ja genau, das meine ich! Wenn man das Budget für Helikopteraufnahmen eingeplant hat, dann kann man dieses jetzt getrost anderweitig verwenden. Wobei man natürlich ein Drohnenteam am Set auch nicht umsonst bekommt. Klar sind natürlich andere Dimensionen im Vergleich zu einem Helikopter, aber man sieht ja jetzt schon in fast jedem aktuellen Film, Drohnenaufnahmen. Ich denke Drohnen sind im Film schon jetzt einfach nicht mehr weg zu denken.

DeinDrohnenpilot: Woher nimmst du die Inspiration für deine Arbeit? Planst du immer im Vorfeld welche Drohnen- Aufnahmen du in einem Video verwenden möchtest oder ergibt sich das spontan während der Arbeit?

Josh: Bei Landschaftsaufnahmen spontan. Klar habe ich die Location vorher gescoutet und weiß was man ungefähr erwarten kann, aber ich muss sagen, ich bin da meistens eher so, dass ich einfach gucke, was ich mit der Drohne noch mitnehmen kann und da ist immer was dabei. Wenn es jetzt um Fahrzeug-Szenen geht oder eine Person, die sich bewegt, dann sind die Shots natürlich vorgeplant. Bei großen Drehs entscheidet das natürlich der Regisseur und ich sorge dann nur für die Umsetzung. Bei den kleineren Geschichten denke ich mir was aus.

Das ist aber auch wieder ein großer Vorteil von der Mavic, auch wenn ich gerade nicht am drehen bin, sie dabei habe und einen schönen Spot sehe, steige ich gerne mal aus und nehme ein paar „Bilder mit“.

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DeinDrohnenpilot: Josh, du schneidest und bearbeitest die Videos von deinem Label entweder selber oder mit „CASE MOVIEZ“ zusammen. Welches Programm benutzt ihr und kannst du unseren Lesern einen Tipp für ein geeignetes Programm zum Editieren geben?

Josh: Adobe Premiere. Die Adobe Cloud ist inzwischen echt sehr gut aufgestellt und man hat alles was man braucht. Guckt euch YouTube Tutorials an, da kannst du echt alles lernen!

DeinDrohnenpilot: Zum Schluss noch eine kreative Frage, die wir jedes Mal stellen. Welche Fähigkeiten müssten die Drohne deiner Wahl haben, dass sie perfekt auf deine Arbeit abgestimmt ist? (Es darf gerne fantasiert werden, alles ist möglich!)

Josh: Wechselbare Objektive auf Kompakt-Drohen wären natürlich cool, ansonsten bin ich doch schon recht zufrieden.

DeinDrohnenpilot: Ich bedanke mich sehr herzlich bei dir und weiterhin viel Erfolg!

Josh: Euch auch! Danke nochmal und ganz viel Erfolg mit der Seite, coole Sache!

Kategorien: Interviews

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